{"id":82,"date":"2021-11-22T00:33:23","date_gmt":"2021-11-22T00:33:23","guid":{"rendered":"https:\/\/anastasiayasko.com\/?post_type=press_article&#038;p=82"},"modified":"2023-11-05T11:00:37","modified_gmt":"2023-11-05T11:00:37","slug":"das-debutalbum-20th-century-russian-piano-sonatas-2","status":"publish","type":"press_article","link":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/press-article\/das-debutalbum-20th-century-russian-piano-sonatas-2\/","title":{"rendered":"Das Deb\u00fctalbum 20th Century Russian Piano Sonatas"},"content":{"rendered":"\n<p>Klaviersonaten sind im 20. Jahrhundert nicht etwa rar ges\u00e4t, sie machen sich nur meistens rar auf vielen Konzertprogrammen. Dabei g\u00e4be es jede Menge guter Beispiele abseits des sp\u00e4tromantischen Mainstreams, man denke nur an Komponisten wie Hindemith, Ives, Sch\u00f6nberg oder Eisler. Vier besonders interessante Sonaten russischer Provenienz hat die Pianistin Anastasia Yasko f\u00fcr diese CD aufgenommen. Darunter ist mit der neunten \u2013 und letzten \u2013 Sonate von Sergej Prokofiev ein selten gespieltes Werk, dessen Komponist allerdings alles andere als unbekannt ist. Anders etwa als Georgy Sviridov, Samuil Feinberg und Mieczys\u0142aw Weinberg, die zumeist nur Kennern des Repertoires ein Begriff sein d\u00fcrften. Das ist schade und zweifellos eine Bildungsl\u00fccke, aber die f\u00fcllt Anastasia Yasko mit dieser spannenden CD ja nun erfreulicherweise. Sviridovs Sonate op. 4 etwa, der einzige Beitrag des \u00fcberwiegend f\u00fcr Vokalmusik bekannten Komponisten zu dieser Gattung, ist ein besonders interessantes Beispiel, erlaubt sich Sviridov hier doch zahlreiche Anspielungen auf Ludwig van Beethovens sogenannte&nbsp;Appassionata,&nbsp;die Klaviersonate Nr. 23. Das St\u00fcck ist dennoch alles andere als epigonal, sondern ein bemerkenswertes Beispiel individueller Kompositionskunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Sonate Nr. 12 von Samuil Feinberg, wie Prokofjevs neunte auch die letzte des Komponisten, ist mit ihrem h\u00f6chst originellen Zuschnitt eine Bereicherung des Repertoires, ebenso wie Weinbergs vierte Sonate op. 56. Letzterer war ein ungeheuer produktiver Vertreter seiner Zunft, dessen Werk in den letzten Jahren gl\u00fccklicherweise Schritt f\u00fcr Schritt wiederentdeckt wird. Auch hierzu mag Anastasia Yaskos Einspielung einen wertvollen Beitrag leisten. Ihre Interpretation \u2013 nicht nur dieser Sonate \u2013 ist musikalisch \u00fcber jeden Zweifel erhaben, hier rei\u00dft sie jedoch regelrecht mit. Der harmonisch-rhythmisch vertrackte zweite Satz etwa ist ein Meisterst\u00fcck, das elegisch-vertr\u00e4umte Adagio ebenso. Anastasia Yasko gestaltet jedoch alle vier Sonaten mit pianistischem Tiefgang. Virtuosit\u00e4t ist da nur Mittel zum Zweck, was z\u00e4hlt sind Ausdruck und Struktur. Diesbez\u00fcglich weist Yaskos Spiel eine enorme Sensibilit\u00e4t und Ausdruckstiefe auf, zudem ist es stets sehr klar und strukturiert. Da bleiben wirklich keine W\u00fcnsche offen.<\/p>\n","protected":false},"template":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article\/82"}],"collection":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press_article"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}