{"id":80,"date":"2021-11-22T00:31:38","date_gmt":"2021-11-22T00:31:38","guid":{"rendered":"https:\/\/anastasiayasko.com\/?post_type=press_article&#038;p=80"},"modified":"2023-11-05T11:02:00","modified_gmt":"2023-11-05T11:02:00","slug":"das-debutalbum-20th-century-russian-piano-sonatas-cd-des-doppelmonats","status":"publish","type":"press_article","link":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/press-article\/das-debutalbum-20th-century-russian-piano-sonatas-cd-des-doppelmonats\/","title":{"rendered":"Das Debutalbum 20th Century Russian Piano Sonatas &#8211; CD des Doppelmonats"},"content":{"rendered":"\n<p>Anastasia Yasko, eine russische Pianistin, die in Moskau und am Mozarteum in Salzburg ihre Ausbildung erhielt, hat sich hier vier Klaviersonaten aus dem 20. Jahrhundert aus Russland ausgesucht, die selten oder so gut wie nie im Konzert gespielt werden, um sie einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Schon die Klaviersonate Nr. 9 von Sergei Prokofiew wird \u2013 im Vergleich mit den Sonaten Nrn. 6-8 \u2013 nur wenig gespielt. Dabei ist diese 1947 entstandene Sonate ein Meisterwerk in Bezug auf lyrische Gestaltung und in ihrer Viers\u00e4tzigkeit auch formal ein so geschickt durchkomponiertes Werk, dass man als Zuh\u00f6rer in den Sog einer Erz\u00e4hlung ger\u00e4t, deren Polyphonie und das Moment des Fortlaufes Yasko so geschickt zu gestalten versteht, dass man das M\u00e4rchenhafte und Fantasievolle leicht in sich aufnimmt. Gerade das \u201eAndante tranquillo\u201c des 3. Satzes versteht Yasko brilliant auszuformen. Auch wenn sie insgesamt recht viel Haltpedal verwendet, um das Melodische zu unterstreichen, bleibt die Stimmtransparenz dennoch erhalten. Anders stellt sich die Sonate des in der Klaviermusik recht unbekannten Komponisten Georgy Sviridov (1915-1998) dar, die 1944 entstand und unter dem Einfluss von Schostakowitsch und Prokofiew steht. Doch schon der 1. Satz ist so wagemutig und in seiner rhythmischen Struktur so eindringlich, dass man aufhorcht. Der 2. Satz zeigt dann eine erweiterte, dissonante Harmonik, um den Ausdruck des im 2. Weltkrieg Verst\u00f6rten zu unterstreichen. Yasko wei\u00df auch hier den richtigen Klang zu treffen, um diese in Musik gesetzten Eindr\u00fccke herauszuarbeiten. Samuil Feinberg war ein Pianist und Komponist, der etliche Klaviersonaten hinterlassen hat, die erst k\u00fcrzlich durch die Einspielung der ersten 6 von Marc-Andre Hamelin wieder ins Rampenlicht gekommen sind. Yasko spielt hier die letzte der 12 Sonaten und vermag auch hier zu \u00fcberzeugen, auch wenn sie nicht ganz den improvisatorischen Drive dieses Werks trifft \u2013 aber insgesamt dennoch die feinen Strukturen in den S\u00e4tzen herauszuarbeiten versteht. Am Schluss dann die Sonate Op. 56 Nr. 4 des in Polen geborenen und nach Russland ausgewanderten Mieczyslaw Weinberg von 1956, als er sich l\u00e4ngst von seinem Mentor Schostakowitsch gel\u00f6st und einen eigenen Stil gefunden hat. Dies ist vielleicht eine der besten Interpretationen dieser brillanten wie sarkastischen Sonate. Anastasia Yasko liefert eine Aufnahme mit extrem spannendem und fast unbekanntem Repertoire, das uns einen neuen Eindruck von der russischen Klaviersonate im 20. Jahrhundert gibt. Bravo!<\/p>\n","protected":false},"template":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article\/80"}],"collection":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press_article"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}