{"id":375,"date":"2025-03-27T16:50:00","date_gmt":"2025-03-27T16:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/anastasiayasko.com\/?post_type=press_article&#038;p=375"},"modified":"2025-03-27T16:50:01","modified_gmt":"2025-03-27T16:50:01","slug":"aus-der-tiefe-russischer-seelen","status":"publish","type":"press_article","link":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/press-article\/aus-der-tiefe-russischer-seelen\/","title":{"rendered":"Aus der Tiefe russischer Seelen"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach ihren Studien an Moskaus renommierter Gnessins Schule und dem Tschaikowsky-Konservatorium kam Anastasia Yasko ans Mozarteum und schloss bei Rolf Plagge mit dem Master Degree ab. Seit 2018 ist sie dessen Assistentin. Vor zwei Jahren hat sie eine CD mit Werken von Chopin eingespielt. Ihre dritte, die Repertoirekenntnis bereichernde CD widmete sie nun Musik von Sergei Rachmaninow, Dmitri Schostakowitsch und seinem Zeitgenossen Dmitri Kabalewsky, also in unseren Breitengraden zu Unrecht selten gespielten St\u00fccken ihrer Landsleute.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Werkreihenfolge entspricht genau den Entstehungsjahren, angefangen mit Rachmaninows ausladender&nbsp;<em>Sonate Nr. 1 op. 28<\/em>&nbsp;in der von ihm favorisierten Tonart d-Moll. Sp\u00e4ter k\u00fcrzte er deren, selbst als \u201ewild und unendlich lang\u201c erkannten S\u00e4tze von einer dreiviertel Stunde Dauer um zehn Minuten. Wie Rachmaninow dann bekannte, inspirierte ihn Weltliteratur: \u201eDer erste Satz entspricht Faust, der zweite Gretchen, der dritte dem Brocken und Mephistos Flug.\u201c Nach Richard Wagners Ouvert\u00fcre, der Sinfonie von dessen Schwiegervater Franz Liszt und Charles-Valentin Alkans bereits vorangegangen klavieristischer Umsetzung eine weitere hoch-romantische Auseinandersetzung mit den Hauptakteuren des Faus. Im anspruchsvoll fordernden Finale klingt auch bereits das von Rachmaninow sp\u00e4ter gern strapazierte Dies Irae-Motiv an.<\/p>\n\n\n\n<p>Schostakowitsch hinterlie\u00df, abgesehen von den beiden, nicht zuletzt der Besch\u00e4ftigung<\/p>\n\n\n\n<p>mit Johann Sebastian Bach geschuldeten Prelude-Zyklen seinem Instrument nur wenige St\u00fccke. Seine w\u00e4hrend dem Zweiten Weltkrieg entstandene&nbsp;<em>Sonate h-Moll Nr. 2 op. 61<\/em>&nbsp;ist einer seiner tragischsten Beitr\u00e4ge zur Gattung. Die Initialen seines Namens sind einbezogen. Wie bei Rachmaninow klingen auch hier Glockent\u00f6ne ins Geschehen, in eine nicht heroische, sondern Herz-zerrei\u00dfende Klimax, um in der abschlie\u00dfenden Chaconne, so lang wie beide vorangegangenen S\u00e4tze zusammen, hoffnungsloser Einsamkeit Ausdruck zu verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die H\u00f6rer nicht in absolute Depression zu entlassen, wendet sich Anastasia Yasko mit Kabalewskis&nbsp;<em>Sonate Nr. 3 op. 46<\/em>&nbsp;in positive Gefilde. Ein temperamentvolles, wie das Dritte Klavierkonzert (1945) dieses Komponisten kr\u00e4ftig an die Jugend appellierendes Werk, hinter dessen Programm die damaligen kommunistischen Machthaber der UdSSR den ihnen damit vorgehaltenen Spiegel wohl nicht erkannten. So f\u00fchren denn fr\u00f6hlich anmutenden Kl\u00e4nge, in denen das dem Nachwuchs gewidmete Thema die Oberhand beh\u00e4lt, schwungvoll in einen am\u00fcsanten, geistreichen Walzer. Die Pianistin setzt das in allen Abstufungen zwischen M\u00f6rderpranke und lyrisch intimem Nachsinnen \u00fcberzeugend und technisch brillant um. Lohnenswert, sich das anzuh\u00f6ren!<\/p>\n","protected":false},"template":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article\/375"}],"collection":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press_article"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}