{"id":372,"date":"2025-01-25T13:07:40","date_gmt":"2025-01-25T13:07:40","guid":{"rendered":"https:\/\/anastasiayasko.com\/?post_type=press_article&#038;p=372"},"modified":"2025-01-25T13:07:41","modified_gmt":"2025-01-25T13:07:41","slug":"20th-centura-russian-piano-sonatas","status":"publish","type":"press_article","link":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/press-article\/20th-centura-russian-piano-sonatas\/","title":{"rendered":"20th Centura Russian Piano Sonatas"},"content":{"rendered":"\n<p>Die im russischen Kursk geborene Pianistin Anastasia Yasko, die seit 2018 am Mozarteum in Salzburg unterrichtet, hat im vergangenen Jahr die zweite Folge russischer Klaviersonaten des 20. Jahrhunderts eingespielt, nachdem sie bereits 2018 ein erstes Album mit Werken von Prokofiev, Sviridov, Feinberg und Weinberg ver\u00f6ffentlicht hatte. Mit der ersten Sonate von Rachmaninoff aus dem Jahr 1907 hat sie sich nun eine besonders monumentale Komposition vorgenommen. Die Sonate in d-Moll, die auch nach einer K\u00fcrzung durch den Komponisten noch etwa 35 Minuten dauert, folgt den Spuren von Goethes <em>Faust,<\/em> wenn die drei S\u00e4tze, \u00e4hnlich wie bei Liszts <em>Faust-Sinfonie<\/em>, den Figuren Faust, Gretchen und Mephisto gewidmet sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein faustisches Werk<\/h3>\n\n\n\n<p>Das virtuose Werk l\u00e4uft allerdings Gefahr, die Thematik in einem \u00dcberma\u00df virtuoser Aufgipfelungen zu verw\u00e4ssern. Die hervorragend geschulte Pianistin tut ihr Bestes, um die wesentlichen Gedanken herauszuarbeiten, indem sie das \u00fcbersch\u00e4umende Figurenwerk dynamisch zur\u00fcckstuft. Insgesamt beherrscht ihr markanter Anschlag das Geschehen, der auch in leisen Phasen noch recht dominant wirkt. Den st\u00e4rksten Eindruck hinterl\u00e4sst der Finalsatz, der mit Anspielungen auf das \u201eDies-Irae\u201c-Motiv, auf das wilde Treiben der Walpurgisnacht und durch das tragische Ende Spannung entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine tiefernste Sonate<\/h3>\n\n\n\n<p>Bedeutender ist die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges entstandene h-Moll-Sonate von Schostakowitsch, ein Werk, das spielerische Leichtigkeit mit tiefem Ernst verbindet. Die Pianistin folgt streng den Tempo-Vorgaben des Komponisten, so dass aus der scheinbar einfachen Struktur in den Ecks\u00e4tzen m\u00e4chtige Spannungsb\u00f6gen entstehen. Und das im Zentrum stehende Largo wirkt wie ein d\u00fcsterer, bitterer Monolog, zumal die Interpretin das vorgeschriebene Rubato nur bedingt ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterhaltsame Kl\u00e4nge<\/h3>\n\n\n\n<p>Leichtgewichtiger und unterhaltsamer ist dagegen die dritte Sonate von Dmitri Kabalewski aus dem Jahr 1948, die zwischen t\u00e4nzerischer Melodik und grotesken Episoden pendelt. Die Wiedergabe der drei S\u00e4tze verl\u00e4uft pr\u00e4zise und ohne den Versuch, aus dem St\u00fcck mehr zu machen, als drinsteckt: muntere Hausmannskost im Schatten von Prokofiev.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Booklet enth\u00e4lt in deutscher und englischer Sprache treffende, von Anastasia Yasko verfasste Charakteristiken der drei Sonaten. Die Pianistin, die im Herbst 2024 ein Buch \u00fcber \u201eDie Klaviersonate im Russland der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts\u201c ver\u00f6ffentlicht hat, zeigt sich dabei auch als gr\u00fcndliche Musikwissenschaftlerin.<\/p>\n","protected":false},"template":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article\/372"}],"collection":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press_article"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}