{"id":316,"date":"2023-11-05T10:52:16","date_gmt":"2023-11-05T10:52:16","guid":{"rendered":"https:\/\/anastasiayasko.com\/?post_type=press_article&#038;p=316"},"modified":"2023-11-05T10:52:17","modified_gmt":"2023-11-05T10:52:17","slug":"unbekanntere-klaviersonaten-aus-russland","status":"publish","type":"press_article","link":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/press-article\/unbekanntere-klaviersonaten-aus-russland\/","title":{"rendered":"Unbekannte(re) Klaviersonaten aus Russland"},"content":{"rendered":"\n<p>Anastasia Yasko gelingt ein gro\u00dfartiges CD-Projekt mit russischen Klaviersonaten des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Interpret auch Musikforscher ist, ergeben sich h\u00e4ufig besondere Konzepte der Werkexegese. Zu denken w\u00e4re hier im pianistischen Milieu an Charles Rosen oder Alfred Brendel, deren Analysen man sch\u00f6nerweise h\u00f6ren und lesen kann. Auch die russische Pianistin Anastasia Yasko geh\u00f6rt zu dieser Zunft, hat sie doch neben ihrer Promotion zum Thema \u201eDie Klaviersonate in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts\u201c auch eine entsprechende CD beim Label Ars (2021) vorgelegt, die \u00fcberaus gelungen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Yasko spielt vier gro\u00dfe Sonaten (Prokofjew Nr. 9, Sviridov Nr. 4, Feinberg Nr. 12, Weinberg Nr. 4) \u2013 Werke, die man (mit Ausnahme Prokofjews) leider nicht allzu h\u00e4ufig h\u00f6rt. Die Pianistin geht auf Grundlage ihrer analytischen Auseinandersetzung mit Intelligenz und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen an die Individualit\u00e4t jeder Sonate. Ob nun Feinbergs zerbrechlich wirkende Simplizit\u00e4t und komplexe impressionistische Klangvielfalt, Weinbergs heterogene, zwischen Moderne und Klassizismus changierende Stilistik oder Sviridovs programmatisch aufgeladene Werkbew\u00e4ltigung angesichts des Weltkriegsendes \u2013 Yasko versteht es, die Charakteristiken wunderbar herauszuarbeiten. Bei Prokofjew wiederum verbl\u00fcfft ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die zyklisch-narrative Dimension des Werks, indem sie die Schl\u00fcsse der einzelnen Sonatens\u00e4tze so darbietet, dass man die motivisch-thematischen Korrespondenzen zwischen den Teilen anschaulich wahrnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Yasko leider manchmal fehlt, ist gerade in den virtuos-dramatischen Phasen ein insgesamt packenderer und zwingenderer Zugriff. Manchmal wirkt ihr Spiel verhalten, obwohl der Notentext etwas anderes vorgibt. (Man vergleiche da etwa das Prokofjew-Finale im Live-Mitschnitt von Sviatoslav Richter aus dem Jahr 1956.) Und dennoch: Summa summarum bildet das CD-Projekt eine gro\u00dfartige Leistung, die g\u00e4nzlich empfohlen sei!<\/p>\n","protected":false},"template":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article\/316"}],"collection":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press_article"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anastasiayasko.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}